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22Mai

Presseerklärung der Grünen Jugend zum Stolpersteinklau

Eine Grundsatzpositionierung philosophischer Art – Die implizite zivilisationsgefährdende Botschaft hinter dem Stehlen der Stolpersteine

 

Wer die Erinnerung an die Opfer des Holocaust ablehnt, negiert auch die Werte der Aufklärung, aus denen unser heutiges Verständnis von Recht und Ordnung herrührt – allen voran die Würde des Menschen.

Die Wirkung der Aufklärung ist nicht allein auf einen überwiegend ökonomischen Liberalismus zu reduzieren, wie es die angelsächsische Tradition á la Smith vermuten ließe. Es sind viel mehr Toleranz, Schutz der Freiheiten des Individuums sowie der reflektierte, rationale und empathische Umgang mit den Mitmenschen. Aufklärung lässt sich insbesondere mit einem Namen verbinden – Immanuel Kant. Ohne seinen Begriff der Würde wäre unser modernes Verständnis vom zwischenmenschlichen Zusammenleben unvorstellbar. – Dies ist jedoch nur aus dem Kontext unserer Vergangenheit zu verstehen, aus jener vor ca. 84 Jahren ausgelebten Barbarei; kurz: dem Nationalsozialismus mit seinem immer noch unfassbarem Finale – dem Holocaust. Durch diesen Schrecken, der von unseren Vorfahren gelebt wurde, läuterten sich seine Nachkommen, damit dergleichen nicht noch einmal geschehe, damit die Würde des Menschen nicht noch einmal angetastet werde, damit der aufklärerische Begriff der Würde nun das Fundament unserer Verfassung sein konnte. Ist auf diese Weise das Gedenken an die Schoah abgeschlossen? Haben deswegen die Ideale der Aufklärung Einzug in unsere Gesellschaft erhalten? Kann man den Gedanken der ‚deutschen Aufklärung‘ von seinem ‚Widersacher‘ dem Nationalsozialismus trennen? – Nein. Das wussten nicht nur Adorno und Horkheimer als prominenteste wie schärfste Kritiker der Aufklärung und des Holocaust, die das Projekt der Aufklärung durch Auschwitz gescheitert sahen. Wer als Deutscher der Aufklärung gedenkt und sich zu ihren daraus entstandenen Idealen bekennt, verurteilt gleichzeitig ihre Verhöhnung durch den Nationalsozialismus! Dieser bediente sich ihrer Instrumente – dem rationalen und ökonomisch effizienten Denken – zur organisierten Ermordung von 6/8 Mio. Juden und kritisch denkender Menschen. Jeder Deutsche muss sich dieser List des Nationalsozialismus bewusst sein, sich daran erinnern müssen, damit er sich nicht wiederholt. Damals wie heute kleidet er sich im vertrauten aufklärerisch-bürgerlichen Gewand und ist seit jeher mit großer Vorsicht zu beobachten.

Die Stolpersteine sind ein Mahnmal gegen die Gedanken des Nationalsozialismus. Sie negieren ihn durch die Erinnerung seines fürchterlichen Resultates und der Verhöhnung unserer Werte. Jeder einzelne deportierte oder vertriebene Mensch stellt einen zerstörten Lebensentwurf dar und daher eine Grundverletzung des aufklärerischen Gedankens – eine Verhöhnung und Verletzung der Würde des Menschen.

Die Stolpersteinsetzung ist daher die manifestierte [sprichwörtlich: einbetonierte] Positionierung zur Aufklärung und ihren für uns wichtigen Idealen. Das Stehlen der Steine impliziert daher einen verheerenden Gedanken: Durch den Raub trägt der Dieb zur Verharmlosung und Vertuschung der Barbarei der NS-Ideologie bei und wendet sich damit gegen die Ideale der Aufklärung. Er verneint auf diese Weise den Begriff der Würde des Menschen. Wenn man bedenkt, dass Boppard eine große jüdische Gemeinde hatte, und in kürzester Zeit ‚Judenfrei‘ war, wird deutlich wie sehr diese Stadt der Barbarei verhaftet war. Nach 72 Jahren tut Boppard gut daran, sich durch diesen Akt der Erinnerung und des Gedenkens von der Barbarei zu distanzieren und damit unsere aufklärerischen Werte nicht nur anzuerkennen, sondern sie auch zu verteidigen. Die rege Empörung der Bopparder Bürger über den Diebstahl ihrer Stolpersteine in den sozialen Netzwerken, im persönlichen Gespräch, auf der Straße und in Leserbriefen, die hohe Resonanz, die die Stolpersteininitiative von den Bopparder Bürgern erhielt, ist ein starker Ausdruck von Verantwortungsübernahme für das Vergangene sowie für das Zukünftige. Es ist die Verantwortung gegenüber ihren Kindern, die diese Barbarei nicht nochmal erfahren und zu überzeugten aufgeklärten Demokraten heranwachsen sollen. – Denn wer die Erinnerung an die Opfer des Holocaust ablehnt, negiert auch das Bekenntnis zu der aus der Aufklärung entwickelten Würde des Menschen.

 

Verfasst von Christian Reppert mit redaktioneller Unterstützung Philippe Bürgins

15Mai

Boppard erhielt erstmals Stolpersteine

Bis zum letzten Platz mit interessierten Bürgern der Stadt gefüllt war der Saal in der Kurfürstlichen Burg, in dem am Freitagabend (12. Mai) die Infoveranstaltung der Initiative “Boppard setzt Stolpersteine” stattgefunden hat. Initiativensprecher Andreas Roll sprach zur geplanten Verlegung der zunächst 16 Gedenksteine für Bopparder Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 1933 und 1945 Opfer des Nationalsozialismus wurden. Die Schicksale dieser Personen wurden vorgestellt, Nachfahren und Zeitzeugen berichteten vom Alltagsleben dieser Bopparder und den an ihnen verübten Verbrechen. Auch der Künstler Gunter Demnig, Urheber der Stolpersteine, sprach von seinem künstlerischen Werdegang, der Entwicklung der Stolpersteine und von seinen Erfahrungen, die er bei der Verlegung von über 60.000 Steinen in 27 Ländern gemacht hat. Balladen der Sängerin Nicole Mercier ergänzten sehr würdevoll die Inhalte der Veranstaltung. Ein großer Dank gilt dem Museum Boppard, das die Räumlichkeit zur Verfügung stellte und im Anschluss kostenfreien Eintritt in die Ausstellung “Absence and Loss” der Fotografin Marion Davies, die Berliner Holocaust-Gedenkstätten zum Thema hat, gewährte.

 

Infoveranstaltung “Stolpersteine” in der Burg (Foto: Gerd Michaelis)

Andreas Roll (Initiativensprecher), Judith Rhodes (Tochter einer Ludwigshafener Geflohenen), Nicole Mercier (Sängerin), Gunter Demnig (Künstler) in der Ausstellung des Bopparder Museums “Absence and Loss” von Marion Davies (Foto: Gerd Michaelis)

Gunter Demnig (Künstler) und Andreas Roll (Sprecher der Stolperstein-Initiative Boppard) (Foto: Gerd Michaelis)

Seit der Verlegung der ersten Stolpersteine in Boppard wird nun Jahrzehnte später einigen der vielen Opfer persönlich gedacht, damit die Erinnerung an diese einzelnen Personen aufrecht erhalten oder vielmehr erstmals konsequent erzeugt wird und nicht droht, verloren zu gehen. Viele Bopparder begleiteten am Samstagmorgen (13. Mai) das Einsetzen der Steine durch Gunter Demnig und folgten zu allen Gedenkstellen. Die Steine markieren für gewöhnlich den letzten, von den Opfern selbstbestimmt gewählten Wohnort, ein Stolperstein weist zudem auf den Ort hin, an der ein Politiker der SPD, von einem nationalsozialistischen Mörder nach einer kritischen Äußerung angeschossen, seinen Verletzungen erlegen ist.

Gunter Demnig bei der Verlegung von Stolpersteinen (Foto: Gerd Michaelis)

 

Foto: Gerd Michaelis

Ein Verein soll künftig die Verlegung der Stolpersteine fortsetzen, Unterstützer und an einer Mitarbeit interessierte können sich gerne an die Initiative “Boppard setzt Stolpersteine” wenden. Finanzielle Spenden, die für weitere Gedenksteine benötigt werden, werden dankbar entgegengenommen – auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt. Vorübergehend können die Spenden auf das Konto der unterstützenden Ludwigshafener Stolperstein-Initiative überwiesen werden:

 

Kontoinhaber: Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V.

Kreditinstitut: Sparkasse Vorderpfalz

IBAN: DE74 5455 0010 0193 0785 32

BIC: LUHSDE6AXXX

Bitte Kennwort/ Verwendungszweck “Spende Stolpersteine Boppard” bei der Überweisung mit angeben.

 

Mitglieder der Initiative “Boppard setzt Stolpersteine” mit Gunter Demnig (Künstler), Norbert Neuser (MdEP) (Foto: Gerd Michaelis)

 

Foto: Gerd Michaelis

11Apr

Boppard setzt Stolpersteine (12./13. Mai 2017)

Zum Vergrößern der E-Card bitte Anklicken!

05Apr

Impressionen der Kleiderbörse vom 1. April 2017

01Mrz

Kleiderbörse für Erwachsene am 1. April 2017

21Jan

Koblenz bleibt bunt

Etwa 5.000 Menschen haben am 21. Januar 2017 gegen das Treffen der extremen Rechte ENF (“Europa der Nationen und der Freiheit”, Fraktion im EU-Parlament) in Koblenz protestiert und damit ihre Ablehnung gegenüber den Positionen und Zielen von Parteien wie der AfD, FN (Front National) und PVV (Partij voor de Vrijheid) zum Ausdruck gebracht. Auch Mitglieder der Grünen der Bopparder Grünen Jugend, des Bopparder Stadtverbandes von Bündnis 90/ Die Grünen und Mitglieder des Rhein-Hunsrück-Kreises haben sich dieser Demonstration angeschlossen.

 

 

 

27Nov

Buchvorstellung: Sven Giegold (MdEP der Grünen) et al: “Finanzwende – den nächsten Crash verhindern”

Gemeinsam mit Udo Philipp und Gerhard Schick hat Sven Giegold, Europaabgeordneter der Grünen, ein Buch verfasst, in dem die Autoren Bezug auf die Schwächen des derzeitigen Finanzsystems nehmen und ihre Thesen zur Herbeiführung eines nachhaltigen und krisengefestigteren Systems darlegen.

Anbei finden Sie seine Präsentation des Buches:

 

Diese Woche haben Udo Philipp, Gerhard Schick und ich unser neues Buch der Öffentlichkeit vorgestellt: “Finanzwende – den nächsten Crash verhindern”! Die erste Resonanz auf unsere Thesen, wie wir unser Finanzsystem umbauen müssen, damit es endlich krisenfest und vor allem auch nachhaltig wird, hat uns sehr erfreut. 

Das Buch ist seit heute fair und versandkostenfrei zu bestellen. Unser Partner Fairmondo ist die nachhaltige Alternative zu Amazon. Als Genossenschaft im Besitz der Kundinnen und Kunden versendet der Online-Händler unser Buch: https://www.fairmondo.de/articles/sven-giegold-udo-philipp-gerhard-schick-finanzwende-taschenbuch-ean-9783803127655

Es wäre mir eine große Freunde, wenn das Buch auf Euer/Ihr Interesse stößt und Ihr mithelft/Sie mithelfen, es unter die Leute zu bringen. Nur, wenn die Nachfrage am Anfang groß ist, landet es auch dauerhaft im Buchhandel, um dort dann ein breiteres Publikum anzusprechen. Also gebt/geben Sie diese Empfehlung auch bitte an mögliche Interessierte weiter! Unsere Autorenhonorare spenden wir übrigens an die beiden Finanzmarkt-NGOs FinanceWatch in Brüssel und das Institut für Finanzdienstleistungen (IFF) in Hamburg.

Außerdem haben wir einen Artikel geschrieben, der auf unser Buch neugierig machen soll. Wir freuen uns, wenn Ihr/Sie diesen Artikel auf Blogs, Social Media, usw. veröffentlicht/veröffentlichen, natürlich kostenlos:

http://www.sven-giegold.de/2016/finanzwende-den-naechsten-crash-verhindern/

Vielen Dank [für] jedes Interesse und Unterstützung!

 

Sven Giegold

 

(Quelle: http://www.sven-giegold.de/2016/neues-buch-finanzwende-jetzt-versandbereit/ )

03Okt

Kleiderbörse und Workshop

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

29Jul

Vorstandswahlen des Stadtverbandes

Vorstandswahlen- Bopparder Stadtverband Bündnis 90/Die Grünen
Am 1. Juli 2016 trafen sich die Bopparder Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen zu ihrer turnusgemäßen Vorstandswahl im Weinhaus Heilig Grab. Die gut besuchte Versammlung durfte außerdem Tabea Roeßner, Mitglied des Bundestages, herzlich begrüßen.
Nach seinen Rechenschaftsberichten wurde der geschäftsführende Vorstand entlastet. 
In diesem Zusammenhang stellten die beiden bisherigen Sprecher, Ilona Hellmann und Andreas Roll, noch einmal ihre beiden erfolgreich abgeschlossenen Großprojekte: „Naturgartenwettbewerb und Gartenbuch“  (Ilona Hellmann) und das überparteiliche Projekt „Stolpersteine“ (unter Leitung von Andreas Roll) vor. Insbesondere das professionelle und diplomatische Vorgehen der Bürgerinitiative “Stolpersteine” gemeinsam mit Fraktionsmitglied Klaus Brager wurde von den Teilnehmern entsprechend gewürdigt.
Beide Projekte sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich auf lokaler Ebene, über Parteigrenzen hinweg, die Bevölkerung motivieren und begeistern läßt – ein Ziel, das den Bopparder Grünen sehr am Herzen liegt.
Da Andreas Roll mittlerweile das Stadtratsmandat des leider aus beruflichen Gründen ausgeschiedenen Fraktionsmitgliedes Georg Sproß übernommen hatte, stand er für das Amt des Sprechers nicht mehr zur Verfügung. Die Mitglieder dankten ihm herzlich für sein langjähriges, aktives Engagement und wünschten ihm für seine neue Tätigkeit im Stadtrat eine glückliche Hand. 
Ilona Hellmann dankte außerdem Ulrich Horalek im Namen aller Mitglieder für seine jahrelange, solide Kassenführung. 
Für das Amt der beiden gleichberechtigten Sprecher stellten sich anschließend Ilona Hellmann und der bisherige Schatzmeister Ulrich Horalek zur Wahl. Beide wurden einstimmig gewählt. 
Der ebenfalls einstimmig gewählte Steffen Klein übernimmt nun das Amt des Schatzmeisters.
Der neue Verstand wird durch die vier Beisitzer Anke Materna, Kent Michaelis, Christian Reppert und Bianca Voigt ergänzt. Durch die Einbindung dreier Jungmitglieder (Michaelis, Reppert, Voigt) wurde dabei besonderes Augenmerk auf eine generationenübergreifende Arbeit gelegt und außerdem die Verbindung zu den neu gegründeten Bopparder Jungen Grünen geschaffen.
Nach der Wahl überbrachte Tabea Roeßner Informationen aus Bund und Land. Dabei ging es unter anderem um die zukünftige Verkehrsplanung im Mittelrheintal, insbesondere um die geplante Mittelrheinbrücke und die aktuellen Vorgänge um den Flughafen Hahn. Diese Themen wurden anschließend vom Bopparder Stadtverband konstruktiv gemeinsam mit Tabea Roeßner diskutiert.
29Jun

Stadtrat gibt “grünes Licht” für die Verlegung von Stolpersteinen

In der Sitzung des Bopparder Stadtrates vom 27. Juni 2016 wurde mit großer, überparteilicher Zustimmung (23 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 6 Enthaltungen) folgender Beschluss gefasst:

Die Stadt Boppard beteiligt sich an der europaweiten Aktion „Stolpersteine“ zur Erinnerung an die durch den Nationalsozialismus verfolgten Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zu diesem Zweck wird die Genehmigung für das Verlegen von Stolpersteinen im öffentlichen Raum erteilt. Die Planung und Umsetzung erfolgt durch die Initiative „Boppard setzt Stolpersteine“. Die Verwaltung wird angewiesen, die Initiative bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Dies betrifft insbesondere die Recherchearbeit in den Archiven und Standesamtsverzeichnissen sowie die Unterstützung des Bauhofes beim Öffnen und Beipflastern von Verlegeflächen. Die Initiative trägt die Kosten für die Stolpersteine.

Andreas Roll, Stadtratsmitglied der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, trug dabei den Antrag vor und konnte auf vereinzelt geäußerte Bedenken in der Diskussion eingehen. Ein zentrales Ziel diese Form der Erinnerungskultur ist dabei vor allem der pädagogische Prozess in den beteiligten Schulen, der durch die Recherchen und Gedenken an die Personen ausgelöst werden soll.

Damit ist nach langjährigen Vorbereitungen die Voraussetzung für die Verlegung von Stolpersteinen in Boppard geschaffen, nachdem sich zuletzt, im April 2016, viele Unterstützer des Projekts zu der Initiative “Boppard setzt Stolpersteine” zusammengeschlossen hatten und auch in Zukunft nun das Projekt betreuen und durchführen möchten. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Norbert Neusers, und kooperiert mit der Projektgruppe “Stolpersteine” der Ehrenamtsinitiative “Ich bin dabei”, dem Arbeitskreis “Schule gegen Rassismus” des Kant-Gymnasiums, der IGS Emmelshausen. Mit weiteren Bopparder Schulen werden Gespräche geführt, und gerne sind weiterhin Unterstützer eingeladen, das Projekt zu unterstützen – bisher wurden über 150 Unterstützerunterschriften gesammelt, und zahlreiche Stifter für das Bereitstellen von Stolpersteinen gefunden. Die Kosten eines “Stolpersteins” belaufen sich dabei auf 120 € – selbstverständlich tragen auch schon geringere Beiträge zur Finanzierung bei und können gerne geleistet werden.

Auf diese Weise soll den im nationalsozialistischen Deutschland (1933-1945) verfolgten und ermordeten Bopparder Mitbürgern gedacht werden, die dem Regime etwa aufgrund ihrer Religion, sexuellen Orientierung, politischen Einstellung, Behinderung und körperlichen Verfassung, ihrem politischen Widerstand oder Verweigerung der Unterordnung und aus vielen weiteren, willkürlichen “Gründen” zum Opfer fielen. Im Pflaster vor den Orten, an dem diese Menschen zuletzt freiwillig ihren Wohnort definierten, soll dadurch über Stolpersteine an diese Menschen erinnert werden, zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit anregen und eine Mahnung darstellen. Jeder Stein, der ebenerdig im Pflaster verlegt wird, misst 10×10 Zentimeter, und besteht aus einem Betonwürfel mit einer auf der Oberseite verankerten Messingplatte. Diese trägt eine Inschrift, beginnend mit “HIER WOHNTE”, wobei im Anschluss die wichtigsten Daten des Opfers folgen (Name, Vorname, ggf. Geburtsname, Geburtsjahr, Deportationsdatum, Deportationsort, sowie Angaben zum Schicksal). Durch das Verlegen der Steine gehen diese in den Besitz der Gemeinde über.

Geplant sind nun Verlegungen der ersten Steine in Boppard im Frühjahr 2017 im Beisein des Künstlers Gunter Demnig, dem Urheber dieser europaweit angewandten Erinnerungsarbeit. Die Initiative “Boppard setzt Stolpersteine” wird dazu ein dem Anlass würdiges Rahmenprogramm und eine weitere Informationsveranstaltung planen.

 

Die Sprecher der Initiative “Boppard setzt Stolpersteine” mit Judith Rhodes (mittig), die als Nachfahrin politisch Verfolgter aus Ludwigshafen über das Schicksal ihrer Mutter berichtete, die der nationalsozialistischen Verfolgung nur durch einen Kindertransport nach England entkommen konnte. Den originalen Koffer präsentierte sie dabei auf der Informationsveranstaltung.
Von links nach rechts: Andreas Roll, Valerie Reppert, Andreas Nick, Judith Rhodes, Barbara Wolf, Marcel Hihn, Wolfgang Spitz, Manfred Querbach

 

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