Umwelt und Naturschutz

Boppard ist der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Rheinland–Pfalz, bei uns gibt es mehrere überregional bedeutsame Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zwischen Stadt und Forst müssen Strategien entwickelt werden, um die großen Holzvorräte im Bopparder Stadtgebiet nicht nur zur Energiegewinnung zu nutzen. Bauen mit heimischen Hölzern ist ein Wachstumsmarkt und hilft, CO2 dauerhaft zu speichern. Die Waldzertifizierung ist fortzuschreiben und weiter zu entwickeln. Der naturnahe Holzeinschlag (Holzrücken mit Pferd) ist zu intensivieren.

Die naturräumlichen Besonderheiten sind in ein qualitativ hochwertiges Konzept für Langzeittourismus (Wanderwege) einzubinden. Die Erholungsfunktion des Waldes soll umweltverträglich gestaltet werden. Ein 40 Hektar großes Baugebiet bedroht unseren Stadtwald und seine wichtige Funktion als Lebensraum, daher lehnen wir ein solches ab.

Durch den Klimawandel ergeben sich viele Probleme – auch der Wald befand sich beispielsweise im Dürresommer 2018 in akuter Waldbrandgefahr und unter Dauerstress, was sich z.B. in Borkenkäferkalamitäten äußerte. Daher ist der Wald zukunftsfähig zu machen und vor weiteren Folgen des Klimawandels zu schützen – vor allem durch eine Vielfalt der Baumsorten und Ersatzsorten für Fichten.

Boppard ist darüber hinaus eine Stadt der Bäche. Diese müssen Schritt für Schritt wieder sichtbar gemacht und renaturiert werden, z.B. der Mühlbach.

Die Ortsteile benötigen dringend einen Grünflächennutzungsplan, um eine umweltgerechte Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen zu gewährleisten.

Besorgniserregend ist ferner die ausufernde Versiegelung unserer Flächen. Wir profitieren in Boppard stark von den Baumbeständen unserer Vorfahren, etwa in den Rheinanlagen. Leider nimmt diese alte Substanz fortwährend ab, es finden zu wenig Neupflanzungen im Ortskern statt und sie werden häufig zu stark gestutzt, sodass nur wenige Bäume sich zu voller Größe entfalten können. Diese ist aber notwendig für Funktionen wie Verbesserung der Luftqualität, Ökologie (Nistmöglichkeiten für Vögel, Blüten für Insekten) und Lebensqualität der Bewohner und Touristen.

Das „Taubenproblem“ ist tierfreundlich und wirkungsvoll zu lösen, indem statt auf Vergrämung auf Taubenhäuser oder Taubenwagen gesetzt wird. Hierdurch kann die Population kontrolliert, der Gesundheitszustand der Tiere verbessert (durch Gesundheitskontrollen, sauberes Trinkwasser und Fütterung) und die Verschmutzung reduziert werden (Tauben in Taubenschlägen befinden sich nur geringe Zeit des Tages außerhalb im Freiflug).